Für Autofahrer auf dem Weg durch Kettenkamp war es klar ersichtlich. Eine Truppe junger Menschen streicht die Begrüßungsschilder am Ortseingang neu an. „KLJB Kettenkamp“ steht in roter Schrift auf ihren schwarzen Sweatshirts. Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) tut was.
Quasi in Ableitung des Werbeslogans einer Automarke zeigten sieben Ortsgruppen der KLJB im Altkreis Bersenbrück am Samstag bei ihrem Ehrenamtstag, was sie für die Jugend oder gar die gesamte Bevölkerung auf dem Lande machen. Stundenlang waren die Teams im Einsatz, teilweise gut sichtbar, andere Arbeiten wieder fanden eher im Verborgenen statt. Einige Gruppen waren dabei auch noch viel schneller fertig als geplant, worunter die Fotos dieser Berichterstattung leiden.
Schwagstorf: Zahlreiche fleißige Hände räumen die Straßenränder in Schwagstorf auf. Die Landjugend ist sichtbar aktiv. „Wir bewegen das Land“ lautet das Motto für den Einsatz vor Ort. Und die KLJBler sind selber auch kräftig in Bewegung. Dabei kommen zahlreiche Säcke mit Müll zusammen. Ob Dönertüte, Eisverpackung, Radkappe, oder was sich so sonst noch alles am Wegesrand findet – unter der Regie von Kathrin Vismann bleibt nichts liegen. Bei der Aktion zeigt sich, dass die Landjugend Schwagstorf wirklich ein starkes Team ist.
Druchhorn: Phlipp Fißmann umkreist das Gelände rund um die Alte Schule mit dem Aufsitzmäher. Lobenswert korrekt dabei die Benutzung des Gehörschutzes. Etwa 15 Leute schaufeln Erde vom Anhänger und streichen sie glatt. „Wir gleichen den Übergang von der Schlacke zum Rasen an“, schildert Stefan Kettmann. „Auch der Zaun war krumm und schief“, erklärt der Erste Vorsitzende die Arbeiten daran. „Dann erneuern wir das Blumenbeet noch zum Teil, montieren die Bohlen für die Bänke und streichen die Wände des ausgebauten Dachbodens“, sagt Kettmann. „Jeden zweiten Samstag im Monat treffen wir uns hier zum Arbeitseinsatz“, hebt er hervor, dass ihr Engagement nicht einmalig ist.
Neuenkirchen: „Karina war dabei, die hat alles gerissen“, stellt Benno Dieckmann im Keller des Pfarr- und Jugendheims klar. Neben Karina Abing sind weitere 14 Mitglieder zur Arbeit erschienen. Sogar Matthias Gohmann, obwohl er heute Geburtstag hat. „Wir haben mit den Renovierungsarbeiten angefangen, den Boden rausgerissen, die Möbel rausgeschleppt und den Kamin abgerissen“, listet Bernd Woltering auf. „Als Nächstes kommt eine Baufirma und liefert den Estrich“, ergänzt der Erste Vorsitzende.
Merzen: „Wir haben Stromkabel verlegt, rund um den Teich und die Insel gemäht, die Brücke und den Steg geschliffen und neu gestrichen“, spannt Johannes Hengelage den Bogen über die Vielzahl der geleisteten Arbeit an der Kanustation an der Südmerzener Straße. „Und den Dachboden sauber gemacht“, ergänzt Maike Günther, auf der Leiter stehend, noch mit der Dachrinne beschäftigt. Doris Kolde und Kolleginnen pinseln derweil noch Öl auf den Steg. Einen „Dank an den Wasserverband“ für das Gelände möchte Hengelage noch in die Zeitung bekommen. Klar doch.
Grafeld: „Die Fläche war vorher leer, da wurden zehn Tonnen Sand vom Lastwagen angekippt, und wir haben das dann mit dem Trecker verteilt“, sagt Frank Morhaus über den Platz neben der Turnhalle. „Wie jedes Jahr für das Beachvolleyballturnier in den Sommerferien“, hört sich das Engagement des Getränkewarts und seiner 17 Kollegen ganz selbstverständlich an. „Zwei von uns sind Maler und haben die Schützhütte an den drei weißen Birken gestrichen“, fährt der 20-Jährige fort. „Unseren KLJB-Raum wollten wir auch noch renovieren, aber der sieht noch so gut aus, dass es sich nicht lohnt“, sagt er, „aber aufgeräumt haben wir den, in zwei Stunden, das ging schnell.“
Bersenbrück: Auf dem Hof Hessler an Mertens Weg steht der blaue Bauwagen, den Markus Siemer mit etwa zehn Leuten gründlich reinigt. „Hauptsächlich benutzen wir den fürs Osterfeuer, für Material und Lebensmittel, da ist auch ein Kühlschrank drin“, schildert der Erste Vorsitzende. „Wir sind leicht von der Abifahrt geschwächt“, erklärt er die relativ geringe Beteiligung. „Leider ist der Wagen fürchterlich unmobil, denn wir würden ihn gerne öfter nutzen“, bedauert der 20-Jährige.
Kettenkamp: Britta Schmidt und Carina Wilke ziehen die weiße Schrift auf braunem Grund in besagtem Schild nach. „Wir haben ein zweites schon fertig“, stellt Schmidt klar. „Daniel Stegemann holt gerade neue Farbe nach“, erklärt Wilke, weil schon eineinhalb Liter brauner Farbe verbraucht sind. „Am Landjugendplatz haben wir den Lärm- und Sichtschutzwall neu präpariert, Mutterboden aufgeschoben und auf dem Schlackeplatz Gras totgespritzt“, listet David Dettmer auf. „Damit da nächste Woche Tausend Bodendecker reinkommen“, erklärt Schmidt.
Feierabend: In Merzen dann der Abschluss des Tages. „Nur Bersenbrück und Grafeld haben sich angemeldet“, sagt Gastgeber Simon Hallermann. „Würstchen, Abschlussbier, Leute kennenlernen, sehr gut, die Party ist super“, urteilt Frank Morhaus von den Grafeldern. „Wir sind mit einer kleinen Abordnung von drei Leuten hier, ein bisschen grillen und sich unterhalten“, gefällt das auch Markus Siemer von den Bersenbrückern.
Bersenbrücker Kreisblatt
Ausgabe vom 30. Mai 2011
Seite 18
Ressort Lokales